Archiv: aus dem Verkehrspapier vom September 2000

Aus dem Verkehrspapier vom September 2000

 

Aus- und Rückbau

Die SP der Stadt Zürich setzt sich für den weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs ein. Vordringlich ist die Erschliessung der laufend neu entstehenden, riesigen Überbauungen im Norden und im Westen der Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dazu ist die geplante sogenannte «Stadtbahn Glattal» ein erster Schritt; weitere Tram- und Buslinien müssen folgen. Die SP fordert in allen diesen Gebieten einen erhöhten öV-Anteil am Modalsplit, d.h. an der Unterteilung des Gesamtverkehrs in öV und motorisierten Individualverkehr. Neue Strassenverbindungen, die den Zweck haben, Staus abzubauen, bewirken vor allem eines: mehr Verkehr. Zürich ist zwar nicht gebaut, aber es hat bereits zu viele gebaute Strassen. Die SP der Stadt Zürich fordert deshalb, dass auf Stadtgebiet keine zusätzlichen Strassenkapazitäten geschaffen werden. Wo dies möglich und sinnvoll ist, sollen im Gegenteil zu grosse Strassen redimensioniert und die dadurch freiwerdenden Flächen einer sinnvolleren Nutzung zugeführt werden.

Kurzstreckenflüge auf die Schiene

Die SP ist der Überzeugung, dass Stadt und Region Zürich wirtschaftlich vom Luftverkehr stark profitieren. Die SP der Stadt Zürich setzt sich allerdings dafür ein, dass Zugverbindungen nach Städten wie Genf, Stuttgart, München, Mailand usw. endlich so ausgebaut werden, dass die Eisenbahn zu einer echten Alternative zu den heutigen Kurzstreckenflügen werden kann. Die anhaltenden Kontroversen um den heutigen und künftigen Fluglärm haben gezeigt, dass der Unique Zurich Airport nicht unendlich weiter wachsen kann und soll. Konkret fordert die SP der Stadt Zürich eine Begrenzung auf 250'000 Flugbewegungen pro Jahr. Siehe auch Zürich-Nord gegen Fluglärm

Kontrolle ist besser

Tempo 30 in den Wohnzonen ist grösstenteils umgesetzt, wird jedoch vielerorts noch allzu oft missachtet. Wir fordern deshalb regelmässige Geschwindigkeitskontrollen in allen Tempo 30 Gebieten sowie bauliche Nachbesserungen - letztere sind zum Teil bereits im Gang.

Hauptstrassen zum Leben

Ein Drittel der Zürcher Bevölkerung lebt an Hauptstrassen, wo der Lärmgrenzwert zum Teil massiv überschritten wird. Die SP will die AutomobilistInnen in erster Linie dazu bringen, langsamer zu fahren, den anderen, schwächeren VerkehrsteilnehmerInnen ebenfalls Platz einzuräumen und dadurch nicht zuletzt weniger Lärm und Unfälle zu verursachen. Diese neue «Kultur der Langsamkeit» hat sich an einigen Orten in der Schweiz bereits bewährt. Die SP-Volksinitiative «Hauptstrassen zum Leben», die genau dies verlangt, ist deshalb immer noch aktuell.

 

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